Schülertag - Tag der offenen Tür 2002 (2002-01-31)
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Schnuppervorträge
Die Schnuppervorträge richten sich an SchülerInnen, um das
Interesse für Mathematik zu wecken und die faszinierenden Anwendungen
der Mathematik in unterschiedlichen Bereichen darzustellen. Die exakte
Programmfolge wird in den nächsten Tagen auf dieser Homepage veröffentlicht
werden.
Das Unendliche (Prof. Taschner,
Institut für Analysis und Technische Mathematik)
siehe auch folgende schöne Präsentation
des Projektes Math.space.
3D-Technik (Mag. Michael Hofer, Institut
für Geometrie)
Die technischen Entwicklungen im Bereich der graphischen Datenverarbeitung
haben bereits in den vergangenen Jahrzehnten zu einer
Belebung der angewandten Geometrie gefuehrt. Die Geometrie hat in Gebieten
wie Computer Aided (Geometric, Industrial, Architectural) Design,
Geometrisches Modellieren, wissenschaftliche Visualisierung, Computer
Vision und Robotik einen bedeutenden Platz.
Die juengsten Fortschritte in der 3D-Vermessung mittels 3D-Laserscannern
fuehren von der klassischen 2D-Darstellung zur 3D-Photographie. Terry Wohlers,
eine fuehrende Persoenlichkeit im Rapid Prototyping Bereich hat im September
2001 folgende Zukunftsvision gegeben:
Die schnelle Fertigung von Prototypen und Kleinserien mittels 3D-Druckern
bewirkt moeglicherweise eine Revolution wie die 2D-Drucker von Gutenberg
vor gut 450 Jahren. Der Download von 3D-Daten via Internet ist nach
Text, Bildern, Musik und Video die naechste grosse Herausforderung der
Multimediaindustrie.
In diesen und vielen weiteren Bereichen der 3D-Technik spielt
die Geometrie in Verbindung mit der Informatik eine entscheide Rolle.
Zur
Loesung dieser vielfaeltigen geometrischen Probleme in Industrie und
Technik bedarf es intensiver Forschung. Im Vortrag wird das derzeitige
technische Umfeld beschrieben und zum Einsatz kommende geometrische
und mathematische Methoden werden exemplarisch vorgestellt.
Ornamentgruppen und hyperbolische Geometrie (Prof. Johannes Wallner,
Institut für Geometrie)
Reguläre Pflasterungen sind nicht nur manchmal schön anzuschauen
- man denke an die Graphiken von M.C. Escher,
die vielen bekannt sind - hinter ihnen verbergen sich auch mathematische
Inhalte (`Ornamentgruppen').
Dieses Thema liefert optisch ansprechende und interessante Werkzeuge,
um ausgehend von der wohlvertrauten Geometrie der euklidischen Ebene
über die nicht mehr ganz so vertraute Geometrie auf einer Kugeloberfläche
die negativ gekrümmte hyperbolischen Geometrie zu veranschaulichen
und auf spielerische Art und Weise ihre Eigenschaften kennenzulernen.
Mathematische Modelle zur Drogenbekämpfung (Dr. Gernot Tragler,
Institut für Ökonometrie,
Operations Research und Systemtheorie)
Mathematische Moritaten: Spieltheorie und Literatur (Prof. Alexander
Mehlmann, Institut für Ökonometrie,
Operations Research und Systemtheorie)
siehe auch www.eos.tuwien.ac.at/OR/Mehlmann/mehlmann.html
Dieser augenzwinkernde Ausflug in das Niemandsland zwischen Mathematik
und Literatur führt von den Modellen zu Dantes "La Divina Commedia"
(die Geometrie der Hölle), über Petrarcas "Canzoniere" (die Systematik
der Liebe), Goethes "Faust" (die Mathematik der Teufelswette) bis zu den
spieltheoretischen Mustern der griechischen Mythologie und der poetischen
Verdichtung mathematischer Motive.Wussten Sie, dass Archimedes seine kühnsten
mathematischen Herausforderungen in Epigrammform verfasste? Dass Vampire
keinen Schattenpreis haben? Wie man sich als Dichter und Mathematiker in
einem Duell verhalten sollte? Dass manch Beweis, eh er gelingt, es als
Gedicht viel weiter bringt?
Statistik im Alltag und der Technik (Prof. Rudolf Dutter, Institut
für Statistik und Wahrscheinlichkeitstheorie)
Mathematik fuer die Schule: Polyeder (Prof. Hellmuth Stachel,
Institut
für Geometrie)
Fast jeder hat schon einmal mit mehr oder weniger Geschick das Kartonmodell
eines Würfels oder eines anderen ebenflächig begrenzten Körpers,
also eines Polyeders gebaut. Obwohl Polyeder leicht zu bauen sind und damit
einfache geometrische Körper zu sein scheinen, sind sie doch Anlaß
für tiefliegende mathematische Theorien. In diesem Vortrag werden
in anschaulicher Weise einige geometrische Fragestellungen vorgeführt,
die zwar leicht zu formulieren, aber schwer zu lösen sind. Es geht
z.B. um die koordinatenmäßige Festlegung der Polyeder oder um
die Frage, inwieweit sie durch das aus Karton verfertigtes Netz eindeutig
bestimmt sind.
Was sucht die Mathematik auf den Finanzmärkten? (Prof. Walter
Schachermayer, Institut für
Finanz- und Versicherungsmathematik)
Am Beispiel der Bewertung von Optionen, die auf Finanzmärkten
eine enorme Rolle spielen, zeigen wir, wie anspruchsvolle mathematische
Methoden in Kernbereiche des Geschäftes der Banken und Versicherungen
eindringen. Die Ausbildungsmöglichkeiten und Jobchancen auf diesem
Gebiet werden diskutiert werden.
Was heisst ' das Integral kann auf "elementarem Weg" gefunden
werden'? (Prof. Wolfgang Herfort, Institut
für angewandte und numerische Mathematik)
Eine Frage, die so praxisrelevant ist, wie die Notwendigkeit umfassender
Integralberechnungen (und Näherungen) ueberhaupt. Symbolische Algebrapakete
enthalten Programme, die in vielen händisch kaum bewältigbaren
Fällen diese Frage präzise beantworten. In welchem Sinne?
Wie schnell kann ich "rechnen"? (Prof. Michael Drmota, Institut
für Geometrie)
Anhand zweier vollkommen verschiedener Problemstellungen soll demonstriert
werden, was es bedeuten kann, Probleme schnell zu lösen.
Die erste Problemstellung ist das Berechnen des größten
gemeinsamen Teilers von zwei (großen) natürlichen Zahlen mit
Hilfe des Euklidischen Algorithmus. Die zweite bezieht sich auf das Sortieren
eines (wieder großen) Datensatzes mit dem Quicksort-Algorithmus.
So verschieden diese beiden Fragestellungen auch sind und so unterschiedlich
die Lösungsverfahren naturgemäß sein müssen, stellt
es sich interessanterweise heraus, daß die Laufzeiten dieser beiden
Algorithmen ein sehr ähnliches Verhalten zeigen. In beiden Fällen
ist die durchschnittliche Anzahl der Rechenschritte proportional zum Logarithmus
der Eingangsgrößen und alle möglichen Laufzeiten konzentrieren
sich gemäß einer Gaußschen Glockenkurve um diesen durchschnittlichen
Wert.
Neben diesen beiden Fragestellungen gibt es noch viele weitere Problemstellungen,
die - oft unerwarteterweise - so rasch bewältigt werden können
und wo man ebenso präzise Aussagen über das globale Verhalten
des Lösungsalgorithmus machen kann. Andererseits gibt es auch zahlreiche
Probleme (z.B. das Berechnen der vollständigen Primfaktorenzerlegung
von natürlichen Zahlen oder das "travelling salesman problem"), von
denen man keine schellen Lösungsalgorithmen kennt und wo man berechtigter
Weise annehmen muß, daß solche gar nicht existieren.
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